Kennen Sie Kazuo Ueda? Wahrscheinlich nicht, er ist der Gouverneur der Notenbank von Japan. Wahrscheinlich haben Sie aber schon von Jerome Powell gehört. Als mächtigster Notenbanker der Welt steht er an der Spitze der Fed. Sie ist bestimmt bekannt: Christine Lagarde ist eine zentrale Figur der europäischen Geldpolitik und seit November 2019 Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). In dieser Funktion steht sie an der Spitze einer Institution, die maßgeblich über das wirtschaftliche Gleichgewicht in der Eurozone entscheidet. Als erste Frau in diesem Amt bringt sie nicht nur juristisches und politisches Fachwissen mit, sondern auch eine internationale Perspektive mit, die sie durch frühere Spitzenpositionen wie beim Internationalen Währungsfonds (IWF) erworben hat. Ihr Führungsstil ist geprägt von strategischem Denken, diplomatischem Geschick und dem Bestreben, wirtschaftliche Stabilität mit gesellschaftlicher Verantwortung zu verbinden. Ihr Vorgänger war Mario Draghi. Der im Gegensatz zu Lagarde den EZB-Leitzins nicht erhöht hat.
Der Name Christine Lagarde ist eng verknüpft mit den Herausforderungen der europäischen Geldpolitik in einem von Unsicherheiten geprägten Jahrzehnt. Ihre Amtszeit begann inmitten einer Phase niedriger Zinsen, struktureller Defizite und anhaltender Diskussionen über die geldpolitische Ausrichtung der EZB. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie forderten in den ersten Jahren ihres Wirkens schnelle und unkonventionelle Maßnahmen. Mit dem Pandemie-Notfallankaufprogramm (PEPP) setzte sie ein deutliches Zeichen für Stabilität und Zusammenhalt in der Eurozone.
Die öffentliche Wahrnehmung Lagardes reicht dabei weit über die klassischen Themen der Geldpolitik hinaus. Sie ist bekannt für ihr Eintreten für Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Geschlechtergerechtigkeit im Finanzsektor. Diese thematische Breite unterstreicht ihre Ambition, die EZB nicht nur als Währungshüterin, sondern auch als Akteurin im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel zu positionieren. Kritiker werfen ihr jedoch gelegentlich vor, wirtschaftliche Zusammenhänge zu stark zu politisieren. Dennoch bleibt Christine Lagarde eine der einflussreichsten Persönlichkeiten Europas. Die EZB Sitzungen und der Entscheid über die Leitzinsen wirken unmittelbar auf Inflation, Zinsen, Märkte und letztlich das alltägliche Leben in den Eurostaaten.
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Inhalt
EZB-Präsidentin Lagarde Gehalt
Was verdient Christine Lagarde? Das Gehalt der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) ist Teil eines transparenten Vergütungssystems, das regelmäßig veröffentlicht wird. Christine Lagarde erhält als Einkommen in ihrer Funktion ein Bruttojahresgehalt von rund 450.000 Euro. Zusätzlich zu diesem Grundgehalt kommen diverse Leistungszulagen und Zuschüsse, die für internationale Spitzenpositionen üblich sind. Dazu zählen etwa eine steuerfreie Auslandszulage, ein Wohnkostenzuschuss sowie Versorgungsansprüche und eine umfassende Krankenversicherung. In den kommenden Jahren 2026 sowie in 2027 bis zum Vertragsende im Oktober 2027 sollte eine übliche Anpassung des Gehalts erfolgen.
Abbildung 1: EZB Präsidentin Lagarde Gehaltsentwicklung von 2020 – 2024. Quelle: ecb.europa.eu
Die EZB unterliegt nicht der nationalen Einkommensbesteuerung. Stattdessen zahlen EZB-Führungskräfte eine interne Gemeinschaftssteuer an die Europäische Union, wodurch sich der Nettobetrag vom Bruttogehalt unterscheidet. Auch im europäischen Vergleich ist das Gehalt hoch angesiedelt, bewegt sich aber unter dem Niveau anderer internationaler Organisationen wie dem Internationalen Währungsfonds (IWF), wo Lagarde zuvor als geschäftsführende Direktorin tätig war.
Die transparente Vergütungsstruktur soll das Vertrauen in die Institution stärken und die Bedeutung der Rolle unterstreichen. Als Präsidentin der EZB trägt Lagarde eine enorme Verantwortung für die Geldpolitik im Euroraum und damit für wirtschaftliche Stabilität, Inflation und Zinsentwicklung in 20 Mitgliedsstaaten.
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Gehaltsentwicklung bei der EZB
Das Gehalt von EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2020 lag es bei 416.016 Euro und erhöhte sich 2021 auf 421.308 Euro. Ein Jahr später, 2022, betrug es 427.560 Euro. Dieser moderate Anstieg setzte sich auch 2023 fort, als das Gehalt erstmals die Marke von 440.000 Euro überschritt und bei 444.984 Euro lag. Für das Jahr 2024 wurde das Jahresgehalt auf 466.092 Euro festgelegt. Die jährlichen Erhöhungen spiegeln unter anderem Inflationsanpassungen und die wachsende Verantwortung des Amts wider. Zudem zeigt die Entwicklung die Relevanz der Position innerhalb der europäischen Institutionen. Trotz der gestiegenen Beträge bleibt das Gehalt im Rahmen vergleichbarer internationaler Spitzenfunktionen.
Christine Lagarde sitzt im Board of Directors der BIZ
Christine Lagarde nimmt bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich eine zentrale Rolle ein. Als Präsidentin der Europäischen Zentralbank gehört sie ex officio dem Board of Directors der BIZ an und sitzt damit im wichtigsten Steuerungsgremium der „Zentralbank der Zentralbanken“. Das Board legt die strategische Ausrichtung fest, überwacht das Management der Bank und entscheidet über zentrale institutionelle Fragen. Lagarde rückte 2019 in dieses Gremium nach und folgte damit auf ihren Vorgänger Mario Draghi.
Ab Mai 2026 erweitert sich ihr Einfluss deutlich, denn sie übernimmt zusätzlich den Vorsitz zweier Schlüsselgremien der BIZ. Der Verwaltungsrat hat beschlossen, dass Lagarde Jerome Powell als Chair des Global Economy Meeting und des Economic Consultative Committee ablöst. Beide Formate bilden den inneren Kreis der internationalen Zentralbankkooperation und finden im zweimonatigen Rhythmus in Basel statt. Das Global Economy Meeting vereint rund 30 Notenbankchefs, die globale Konjunktur, Finanzstabilität und geldpolitische Trends diskutieren. Das Economic Consultative Committee bereitet die Sitzungen in kleinerer Runde vor und strukturiert die technischen Grundlagen für die Debatten.
Mit diesen Funktionen verknüpft Lagarde ihre Rolle als EZB-Präsidentin noch stärker mit der globalen Zentralbankarchitektur. Sie moderiert künftig die wichtigsten Gesprächsrunden zu Weltkonjunktur und Zinsregimen und koordiniert strategische Leitlinien zwischen großen Währungsräumen. Dadurch gewinnt die EZB im internationalen Rahmen zusätzliches Gewicht, während europäische Perspektiven in Basel sichtbarer werden. Zugleich bleibt der Charakter der Mandate kooperativ, da Entscheidungen zur Geldpolitik weiterhin in den jeweiligen Räten von EZB und nationalen Zentralbanken fallen. Insgesamt festigt Lagarde damit ihre Position als eine der zentralen Schlüsselfiguren im globalen Netzwerk der Notenbanken.
Vergütung bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich
Die Vergütung von Christine Lagarde bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich lässt sich nur indirekt bestimmen, weil der Geschäftsbericht 2024/2025 keine Einzelbeträge nennt. Klar ist jedoch, dass sie als Präsidentin der Europäischen Zentralbank dem Board of Directors der BIZ angehört und damit Teil des dortigen Vergütungssystems ist. Der aktuelle Geschäftsbericht weist für den gesamten Verwaltungsrat eine feste Jahresvergütung von 1.105.755 Franken aus und nennt zusätzlich Sitzungsgelder, die sich bei voller Besetzung auf 1.046.376 Franken summieren. Im selben Bericht stehen 18 Mitglieder des Boards, unter ihnen Lagarde und mehrere große Notenbankchefs.
Damit gehört Lagarde klar zur Gruppe der Direktoren und nicht zu den sogenannten Senior Officials, deren Gesamtvergütung separat ausgewiesen wird. Auf Basis dieser Zahlen lässt sich eine einfache Durchschnittsrechnung aufstellen, die eine Größenordnung liefert. Teilt man die fixe Vergütung durch 18 Personen, ergibt sich rund 61.000 Franken pro Mitglied. Eine vergleichbare Aufteilung der Sitzungsgelder führt zu ungefähr 58.000 Franken pro Kopf und Jahr. Addiert man beide Komponenten, resultiert ein theoretischer Durchschnittswert von etwa 120.000 Franken je Direktor. Dieser Betrag stellt keine exakte Angabe für Lagarde dar, liefert jedoch eine plausible Größenordnung.
In der Praxis können Zuschläge für den Vorsitz oder Mandatswechsel die tatsächliche Verteilung verändern. Auch die Zahl der wahrgenommenen Sitzungen beeinflusst die individuelle Summe, da Sitzungsgelder pro Termin anfallen. Unklar bleibt zudem, ob Zahlungen vollständig an die jeweilige Zentralbank fließen oder teilweise persönlich gutgeschrieben werden. Trotz dieser Unsicherheiten deutet alles darauf hin, dass Lagardes BIZ-Einkommen klar sechsstellig ausfällt. Rechnet man mit rund 120.000 Franken, ergänzt diese Summe ihr EZB-Grundgehalt, ohne es zu übertreffen. Damit entsteht ein Bild, in dem das Mandat in Basel eine relevante, aber nicht dominante Einkommensquelle darstellt. Der Jahresbericht schafft also keine Personentransparenz, liefert jedoch robuste Eckdaten für solche Schätzungen. Auf dieser Basis lässt sich Lagardes Vergütung als BIZ-Direktorin sachlich einordnen und gegenüber Spekulationen abgrenzen.
Ein Vergleich mit den Bezügen deutscher Top-Banker
Die Vergütung von Christine Lagarde wirkt hoch, fällt im Vergleich zu grossen Privatbanken jedoch moderat aus. Als EZB-Präsidentin erhält sie ein Grundgehalt von rund 466.000 Euro im Jahr. Dazu kommen geschätzte gut 120.000 Franken jährlich aus ihrem Mandat im Board der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, also grob ein niedriger sechsstelliger Zusatzbetrag.
Ganz anders sehen die Grössenordnungen bei grossen Universalbanken aus. Christian Sewing kommt als Vorstandschef der Deutschen Bank auf eine Gesamtvergütung von knapp 10 Millionen Euro (Deutsche Bank Vergütungsbericht 2024). Sein fixes Gehalt liegt bereits bei rund 3,75 Millionen Euro, während variable Boni und langfristige Komponenten den Rest ausmachen. Steven van Rijswijk, CEO der ING Group, bewegt sich mit gut 2,7 Millionen Euro Gesamtvergütung deutlich darunter, bleibt aber klar im einstelligen Millionenbereich.
Damit wird deutlich, dass Lagardes Einkommen aus Zentralbankfunktionen zwar prominent, jedoch strukturell politisch begrenzt ist. Ihre Bezüge liegen weit unter den Top-Paketen der börsennotierten Banken, obwohl Einfluss und Verantwortung im Währungsraum vergleichbar oder sogar höher erscheinen. Das BIZ-Mandat verstärkt ihre Stellung im internationalen Zentralbanknetzwerk, verändert die finanzielle Gesamteinordnung jedoch nur marginal. Insgesamt zeigt der Vergleich, wie gross die Lücke zwischen öffentlich regulierten Spitzenämtern und marktbasierten Managergehältern geblieben ist.
Alter
Christine Lagarde wurde am 1. Januar 1956 in Paris geboren und zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der internationalen Finanzwelt. Im Jahr 2025 ist sie 69 Jahre alt. Ihre Karriere führte sie von der internationalen Anwaltskanzlei Baker McKenzie über das französische Finanzministerium bis an die Spitze des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank. Trotz ihres Alters gilt sie als dynamisch und präsent in der globalen Wirtschaftspolitik. Ihr französischer Ursprung prägt bis heute ihre politische und kulturelle Haltung.
Lebenslauf und berufliche Laufbahn
Christine Lagarde blickt auf eine beeindruckende internationale Karriere in Politik, Wirtschaft und Finanzwesen zurück. Geboren wurde sie am 1. Januar 1956 in Paris, Frankreich. Nach einem Jurastudium an der Universität Paris X Nanterre spezialisierte sie sich auf Wettbewerbsrecht und arbeitete anschließend für die international tätige Anwaltskanzlei Baker McKenzie. Dort stieg sie bis zur Chairwoman (Weltchefin) auf – eine Seltenheit in einer männlich dominierten Branche.
Ihr Wechsel in die Politik erfolgte 2005, als sie unter Präsident Jacques Chirac französische Handelsministerin wurde. Später übernahm sie das Amt der Landwirtschaftsministerin und schließlich – in einer der schwersten Wirtschaftsphasen Europas – das Finanzministerium. Von 2007 bis 2011 war sie Wirtschafts- und Finanzministerin Frankreichs unter Präsident Nicolas Sarkozy. Damit war sie die erste Frau, die dieses Amt in einer G7-Nation innehatte.
Im Jahr 2011 wurde Lagarde zur Generaldirektorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) ernannt. In dieser Funktion spielte sie eine Schlüsselrolle in der globalen Finanzkrise und der Eurokrise. 2016 wurde sie für eine zweite Amtszeit bestätigt.
Seit dem 1. November 2019 ist Christine Lagarde Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Auch hier ist sie die erste Frau an der Spitze der Institution. Ihre Amtszeit ist geprägt von geldpolitischen Herausforderungen wie der Corona-Krise, steigender Inflation und dem Übergang zu einer nachhaltigen Finanzpolitik. Sie gilt als pragmatische und kommunikative Führungspersönlichkeit mit einem betont internationalen und interdisziplinären Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge.
Christine Lagards Ehemann
Christine Lagarde ist aktuell nicht verheiratet. Sie heiratete 1982 Wilfried Lagarde, der bis 1992 ihr Ehemann war. Nach ihrer Scheidungn war sie nicht mehr verheiratet. Christine Lagarde ist seit vielen Jahren mit dem französischen Unternehmer Xavier Giocanti liiert. Die beiden kennen sich bereits seit ihrer Jugend in Marseille, fanden jedoch erst später als Paar zueinander. Obwohl sie nicht verheiratet sind, führen sie eine stabile Partnerschaft, die von gegenseitigem Respekt und Diskretion geprägt ist. Lagarde legt großen Wert auf ihre Privatsphäre und hält ihr Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Giocanti begleitet sie nur selten bei offiziellen Anlässen und tritt kaum öffentlich in Erscheinung.
Kinder
Christine Lagarde hat zwei Söhne von ihrem früheren Ehemann Wilfried Lagarde. Über das Leben ihrer Kinder ist nur sehr wenig bekannt. Ihr älterer Sohn, Thomas Lagarde, soll in den USA studiert und eine akademische Laufbahn im Bereich Politik oder Wirtschaft eingeschlagen haben. Über ihren zweiten Sohn, Pierre-Henri, ist noch weniger öffentlich bekannt. Keiner der beiden tritt öffentlich in Erscheinung, und sie begleiten Lagarde auch nicht bei offiziellen Anlässen. Während ihrer gesamten Karriere – ob als französische Finanzministerin, IWF-Direktorin oder EZB-Präsidentin – hat Christine Lagarde es konsequent vermieden, persönliche Informationen über ihre Kinder preiszugeben. Diese bewusste Trennung von Beruf und Familie gilt als Ausdruck ihres Schutzbedürfnisses.
Häufige Fragen zu Christine Lagarde
Wie hoch ist das Gehalt von Christine Lagarde als EZB-Präsidentin? Christine Lagarde verdient als Präsidentin der Europäischen Zentralbank rund 466.092 Euro im Jahr 2024 brutto.
Wer ist der Ehemann von Christine Lagarde? Christine Lagarde war mit Wilfried Lagarde verheiratet. Seit vielen Jahren ist sie mit dem französischen Unternehmer Xavier Giocanti liiert.
Hat Christine Lagarde Kinder?Ja, Christine Lagarde hat zwei Söhne aus ihrer früheren Ehe. Beide leben weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit.
Wie alt ist Christine Lagarde?Christine Lagarde wurde am 1. Januar 1956 geboren. Im Jahr 2025 ist sie somit 69 Jahre alt.

