Jerome Powell ist eine zentrale Figur der globalen Geldpolitik und seit Februar 2018 Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). In seiner Funktion trägt er maßgeblich Verantwortung für die Ausrichtung der amerikanischen Zinspolitik, die Stabilität der Finanzmärkte sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Vereinigten Staaten – mit weitreichenden Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Der Zinsentscheid der Fed wird von Investoren, Regierungen und Zentralbanken weltweit genau beobachtet, da die US-Zinsen häufig als globaler Referenzpunkt gelten.
Powell übernahm das Amt von Janet Yellen und wurde zunächst von Präsident Donald Trump nominiert, später von Präsident Joe Biden für eine zweite Amtszeit bestätigt. Er ist der erste Fed-Vorsitzende seit den 1980er Jahren ohne formalen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss. Stattdessen bringt er eine juristische Ausbildung sowie langjährige Erfahrung im Finanzsektor und im öffentlichen Dienst mit – unter anderem als Investmentbanker und als Mitglied im Direktorium der Fed ab 2012. Gerade diese nicht-akademische Herkunft verleiht seiner Geldpolitik oft eine pragmatischere und marktnahe Perspektive.
Die Amtszeit von Jerome Powell ist geprägt von außergewöhnlichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Zu Beginn seiner Präsidentschaft versuchte er, die Geldpolitik zu normalisieren und die Zinsen schrittweise anzuheben. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 reagierte die Fed jedoch rasch und entschlossen mit einem historischen Zinssenkungszyklus und massiven Anleihekaufprogrammen, um die Wirtschaft zu stabilisieren. In den darauffolgenden Jahren stand Powell vor der schwierigen Aufgabe, eine überraschend hartnäckige Inflation zu bekämpfen, ohne die wirtschaftliche Erholung zu gefährden. Dies trifft auch für den Zinsentscheid der BoJ zu, die allerdings mit geringem Preisdruck zu kämpfen hat.
Sein Kurs ist dabei nicht unumstritten – zwischen Inflationsbekämpfung, Arbeitsmarktschutz und Finanzmarktstabilität muss Powell immer wieder schwierige Kompromisse eingehen. Dennoch wird er weithin als besonnener, kommunikationsstarker und unabhängiger Zentralbankchef angesehen.
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Fed Chef Jerome Powell
Jerome Hayden Powell, geboren am 4. Februar 1953 in Washington, D.C., ist seit 2018 Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve. Seine berufliche Laufbahn ist außergewöhnlich vielfältig und vereint juristische Ausbildung, politische Erfahrung und tiefes Finanzmarktwissen. Powell studierte zunächst Politik an der Princeton University und schloss anschließend ein Jurastudium an der Georgetown University Law School ab. Anders als viele seiner Vorgänger hat er keinen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss, bringt jedoch umfassende praktische Erfahrung mit.
Seine Karriere begann in den 1980er Jahren bei der Investmentbank Dillon, Read & Co. In den frühen 1990er Jahren wechselte er in den öffentlichen Dienst und war im US-Finanzministerium tätig, zuletzt als Unterstaatssekretär für Finanzmärkte unter Präsident George H. W. Bush. Später war er viele Jahre Partner bei der Private-Equity-Gesellschaft The Carlyle Group, einer der bedeutendsten Investmentfirmen der Vereinigten Staaten.
Im Jahr 2012 wurde Powell von Präsident Barack Obama in das Direktorium der Federal Reserve berufen. 2018 ernannte ihn Präsident Donald Trump zum Vorsitzenden der Fed, 2022 wurde er von Präsident Joe Biden für eine zweite Amtszeit bestätigt. Powell gilt als pragmatischer, parteipolitisch unabhängiger Notenbanker mit einem sachlichen und kommunikationsorientierten Führungsstil. Seine Amtszeit ist geprägt von weitreichenden Krisen: der Corona-Pandemie, einer Phase historisch niedriger Zinsen, einer überraschend starken Inflation und einer darauffolgenden aggressiven Straffung der Geldpolitik. Trotz gelegentlicher Kritik an seiner Reaktion auf Inflationsrisiken wird Powell international als besonnener, marktnaher und stabilitätsorientierter Notenbankchef geschätzt, der die Geldpolitik der weltweit wichtigsten Zentralbank maßgeblich geprägt hat. Er ist ein Kollege von Christine Lagarde und dem Japaner Kazuo Ueda.
Powell’s geldpolitische Ausrichtung
Die Leitzinspolitik unter Jerome Powell ist durch Flexibilität und einen stark datengetriebenen Ansatz geprägt. Seit seiner Ernennung zum Vorsitzenden der US-Notenbank im Jahr 2018 verfolgt Powell keine starre geldpolitische Linie, sondern passt die Zinspolitik laufend an die ökonomische Realität an. Zu Beginn seiner Amtszeit setzte er moderate Zinserhöhungen fort, um die expansive Geldpolitik nach der Finanzkrise schrittweise zu normalisieren. Bereits 2019 reagierte er jedoch auf wirtschaftliche Unsicherheiten, vor allem ausgelöst durch internationale Handelskonflikte, mit vorsorglichen Zinssenkungen.
Mit Ausbruch der Corona-Pandemie 2020 leitete Powell eine beispiellose Lockerung der Geldpolitik ein: Die Leitzinsen wurden auf nahezu null gesenkt, ergänzt durch massive Anleihekaufprogramme. Ziel war es, Liquidität bereitzustellen, Finanzmärkte zu stabilisieren und die Wirtschaft zu stützen. Als ab 2021 eine überraschend hartnäckige Inflation aufkam, änderte die Fed unter Powell erneut den Kurs. Ab März 2022 leitete sie eine der schnellsten und stärksten Zinserhöhungsphasen seit Jahrzehnten ein, um der Teuerung entgegenzuwirken. Der US-Leitzins wurde in mehreren Schritten auf über fünf Prozent angehoben.
Aktuell steht Powell vor einem geldpolitischen Balanceakt. Zwar ist die Inflation rückläufig, bleibt aber teils über dem Zielwert von zwei Prozent. Gleichzeitig zeigen sich erste Anzeichen wirtschaftlicher Abkühlung, etwa am Arbeitsmarkt oder im Bankensektor, wo höhere Zinsen Geschäftsmodelle belasten. Zudem steigt die Zinslast für Staat und private Haushalte. Die Federal Reserve agiert daher zurückhaltend bei möglichen Zinssenkungen und verfolgt eine Strategie der „datenabhängigen“ Entscheidungen. Jerome Powell muss zwischen Inflationsbekämpfung, Wachstumssicherung und Finanzmarktstabilität abwägen – ein anspruchsvolles Spannungsfeld, das seine Präsidentschaft stark prägt.
Skeptischer Blick auf Kryptowährungen wie dem Bitcoin
Jerome Powell steht dem Bitcoin und anderen Kryptowährungen grundsätzlich skeptisch gegenüber. Zwar erkennt er das technologische Potenzial der Blockchain-Technologie an, betrachtet Bitcoin jedoch nicht als geeignetes Zahlungsmittel oder als Alternative zum US-Dollar. In mehreren öffentlichen Äußerungen bezeichnete er Bitcoin als spekulativen Vermögenswert, vergleichbar mit Gold, der aufgrund seiner starken Kursschwankungen kaum als stabile Währung taugt. Die hohe Volatilität und fehlende regulatorische Kontrolle machen Bitcoin aus seiner Sicht zu einem riskanten Instrument, insbesondere für private Anleger. Hier geht es zum Bitcoin Kurs Rechner.
Powell betont regelmäßig, dass Kryptowährungen keine Rolle in der klassischen Geldpolitik spielen und kein funktionaler Ersatz für staatlich reguliertes Geld seien. Er warnt zudem vor potenziellen Gefahren für die Finanzstabilität, sollte der Kryptomarkt unreguliert wachsen. Aus diesem Grund spricht er sich klar für die Einführung umfassender gesetzlicher Rahmenbedingungen aus, die den Handel, die Verwahrung und die Nutzung von Krypto-Assets wie Ethereum besser kontrollieren sollen. Gleichzeitig zeigt sich Powell offen für digitale Innovationen im Finanzwesen, sofern diese im Einklang mit Sicherheits- und Transparenzstandards stehen.
Anstelle dezentraler Währungen wie Bitcoin befürwortet Powell die mögliche Einführung eines digitalen US-Dollars in Form einer staatlich kontrollierten Zentralbank-Digitalwährung (CBDC). Dieses Konzept soll technologische Fortschritte mit der Stabilität und dem Vertrauen einer staatlichen Währung verbinden. Insgesamt bleibt Powells Haltung gegenüber Bitcoin reserviert: Er erkennt den Fortschritt, sieht aber vor allem die Risiken für Verbraucher, Märkte und das bestehende Währungssystem.