Die Zölle von Trump werden vermutlich zu höheren Preisen führenDie internationalen Wirtschaftsbeziehungen stehen im Frühjahr 2025 erneut vor einer Belastungsprobe. Seit der Ankündigung neuer Importzölle durch die USA mehren sich die Sorgen um konjunkturelle Folgen für Europa. Besonders betroffen sind deutsche Exporteure sowie importierende Unternehmen, die auf Vorprodukte und Konsumgüter aus den USA angewiesen sind. Die Inflationsrate in Deutschland könnte durch diese Entwicklungen spürbar beeinflusst werden. Denn mit dem Inkrafttreten der US-Zölle am 5. April 2025 steigen die Importpreise auf eine Vielzahl von Gütern, darunter Maschinen, Elektronik und Lebensmittel. Höhere Einkaufskosten wirken sich oft nicht nur auf die Unternehmensgewinne aus, sondern werden teilweise oder vollständig an Endverbraucher weitergegeben. Dieser Mechanismus ist ein klassischer Treiber für Preisanstiege auf breiter Front. Die Redaktion wagt eine Prognose.

Die Trump Zölle dürften die Preise antreiben: Historische Erfahrungen

Erfahrungen aus früheren Handelskonflikten zeigen, dass die Auswirkungen von Zöllen auf das Preisniveau zeitlich verzögert eintreten. In der ersten Phase puffern Lagerbestände, laufende Verträge und vorhandene Margen die direkten Effekte. Erst mit der Erneuerung von Lieferverträgen und dem Abverkauf bestehender Lagerbestände machen sich die Mehrkosten zunehmend bemerkbar. In der Regel dauert es zwischen drei und neun Monaten, bis eine neue Zollpolitik in den Verbraucherpreisen ankommt.

Im aktuellen Fall bedeutet das: Ein spürbarer Effekt auf die Preisentwicklung könnte ab dem Sommer oder Herbst 2025 eintreten. Sollte es zu Gegenmaßnahmen der EU kommen, etwa in Form von Gegenzöllen oder regulatorischen Einschränkungen, könnten sich diese Entwicklungen zusätzlich verstärken. Auch eine gestörte Lieferkette durch verlängerte Abwicklungszeiten oder geopolitische Spannungen würde das Preisgefüge unter Druck setzen.

Die Europäische Zentralbank beobachtet die Situation aufmerksam. Noch dominiert in den geldpolitischen Diskussionen die Erwartung moderater Zinssenkungen. Doch ein unerwarteter Inflationsimpuls durch externe Effekte wie Zölle könnte diesen Kurs infrage stellen. Für die Bundesbank ist entscheidend, ob es sich um einen temporären Schub oder einen anhaltenden Trend handelt. Letzterer hätte Einfluss auf Löhne, Erwartungen und geldpolitische Maßnahmen. Hier gibt es Informationen über die EZB Zinsentscheidungen.

Ein weiterer Aspekt ist die Rolle von Energiepreisen. Sollten Handelskonflikte zu einem Anstieg der globalen Rohölpreise führen – etwa durch verschärfte Spannungen mit Rohstoff exportierenden Staaten – würde dies die Energiekomponente der Teuerungsrate zusätzlich treiben. In Kombination mit den Zoll-Effekten könnte daraus ein spürbarer, mehrmonatiger Inflationsdruck entstehen.

Prognose zu möglichen höheren Preisen in Deutschland

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Inflationsrate in Deutschland mittelfristig durch die Zollpolitik der USA beeinflusst werden kann. Die genaue Entwicklung hängt jedoch von vielen Faktoren ab, darunter das Ausmaß der Weitergabe an Verbraucher, politische Reaktionen in Europa sowie globale Preisentwicklungen. Frühestens ab dem dritten Quartal 2025 dürfte sich ein klares Bild abzeichnen, wie stark der Zollkonflikt auf das Preisniveau wirkt. Die Redaktion rechnet mit ersten Auswirkungen ab Juli 2025.

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